OPENING EXHIBITION OF THE NEW exil.arte CENTER at the mdw
University of Music and Performing Arts Vienna
Lothringerstraße 18 / A0116 1030 Wien

Opening hours
Tuesday – Saturday 14:30–19:30
(except for holidays)
July - August: Tuesday – Friday 13:00–16:00
Guided tours
(also for student groups)
on request: info@exilarte.at
Free admission!


Opening: Monday, May 22nd, 2017

19.00: Opening with music, Franz Liszt-Saal
LS 0326
With compositions by:
Walter Arlen, Julius Bürger, Georg Tintner,
Vally Weigl, Egon Wellesz…
20:00: Exhibition open LS 0116


„Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien”


Das exil.arte Zentrum der mdw befindet sich genau an jener Stelle, wo ab 1913/14 hervorragende KünstlerInnen sowohl als Lehrende sowie Studierende tätig waren. Viele von ihnen mussten 1933 bzw. 1938 Europa verlassen und flohen vor dem Terror der Nationalsozialisten. Einige von ihnen konnten ihre Karriere fortsetzen, andere hatten die Grundlage ihres Schaffens verloren. Andere wiederum hatten keine Chance aufgrund der historischen und menschlichen Katastrophe ein Studium an der mdw zu beginnen. Den unterschiedlichen Lebensschicksalen ist diese erste Ausstellung des exil.arte Zentrum der mdw gewidmet.
  • Er war der erste jüdische Sängerknabe, studierte an der mdw, war Farmer in Neuseeland und wurde zu einem der besten Bruckner-Dirigenten, mit einem Provinzorchester, welches bis heute kaum bekannt ist – Georg Tintner
  • Er studierte an der mdw, konnte Dachau und Buchenwald entkommen, übernahm das Manila Symphonieorchester und das Brooklyn Symphonieorchester, unterhielt pädagogische Konzepte in Südostasien bis zu seinem Tod, war Leiter von Projekten an der UCLA – Herbert Zipper
  • Sie studierte an der mdw, trat gemeinsam mit ihrem Vater auf, dem Primgeiger eines der besten Quartette und Konzertmeister der Philharmoniker, nach der Entlassung des Vaters flüchtete sie mit ihm nach England, aus Geldmangel musste sie auf den Kontinent zurück, wo sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde, wo sie das „Mädchenorchester“ leitete – Alma Rosé
  • Er wurde als Jude vom Gymnasium ausgeschlossen, musste nach einem Jahr fliehen und konnte daher nicht an der mdw studieren, er wurde Musikkritiker der LA Times, gründete und leitete ein Musikdepartment in LA, seine Kompositionen sind erst seit 8 Jahren bekannt, 6 CD wurden bislang aufgenommen, lebt als aufstrebender Komponist mit fast 97 Jahren in LA – Walter Arlen
  • Er musste Wien und seine Jugendliebe verlassen, um sich vor den Nazis zu retten, konnte nie eine Ausbildung an der mdw oder andernorts absolvieren, traf seine Jugendliebe nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder, welche ihn zum Komponieren animierte – Robert Fürstenthal
  • Er war ein Wunderkind, war als Opernkomponist in ganz Europa ein Begriff, lehrte an der mdw, musste die Kriegszeit als Filmkomponist unfreiwillig in Hollywood ausharren, nach dem Krieg hatte man für seine opulente Musik keine Verwendung mehr, man meinte sogar, dass seine Musik wie Filmmusik klinge, aber in Wirklichkeit war es genau umgekehrt – Erich Wolfgang Korngold
Nur einige von über 50 Schicksalen, die bei der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien“ angesprochen werden ...


The Emmy and Egon Wellesz Piano


Emmy Wellesz, née Stross
(1889, Vienna – 1987, Vienna)
Art historian specialized in Byzantine studies,
doctorate awarded in 1921

Egon Wellesz
(1885, Vienna – 1974, Oxford)
Composer and musicologist, specialized in
early music, new music, byzantine neumes,
doctorate awarded in 1908


Bösendorfer grand piano
(225 cm) “Mahogany Model 4”
built November 1908 – February 1909
sales number 18913 (serial number 10081).

Bought as a “wedding present” by Emmy’s father, Councilor of Commerce Ludwig Stross, of Ebendorferstrasse 8 in Vienna’s 1st district.

  • Location until 1938: Kaasgraben artists’ colony (Kaasgraben 36-38 in Vienna’s 19th district, built by Josef Hoffmann)
  • July 1938: emigration to Oxford with daughters Magda (1909-2006) and Elisabeth (1912-1995); Egon Wellesz is appointed to a professorship in Oxford
  • Sale of the piano to Les Thompson, music teacher and student of Egon Wellesz. The relationship with Les Thompson was very close – Emmy told his wife, Marjorie, that she and Egon saw in Les the son they never had. Following his stroke, Egon would only see Emmy and Les, while Egon and Les even still sang operas together (Egon could no longer speak but was still able to sing)
  • Rachel Thompson, the daughter of Les, brought the piano to London to be auctioned by Piano Auctions Ltd. on 7 April 2016
  • Tipped off about the sale by Tanya Tintner, Gerold Gruber appeals to Rachel Thompson to sell the piano to the mdw rather than auction it – which ultimately results in the piano being removed from the auction
  • March 2016: the exil.arte Center of the mdw buys the piano
  • June 2016: G&R Removals transports the instrument back to Vienna
  • February 2017: the piano is restored by Gert Hecher
  • May 2017: the Wellesz piano is presented for the first time as part of the exhibition “I return to Vienna when I compose” at the mdw’s exil.arte Center


www.mdw.ac.at/exil.arte





 









exil.arte Imprint & Contact
Abbildungen am Kopf dieser Seite:
Broschüre 10 Jahre exil.arte (PDF) >
sowie Fassade Lothringerstraße 18 und Egon Wellesz Bösendorfer © Iby-Jolande Varga
Dreharbeiten Erich Zeisl Hiob Uraufführung 2010 © G. Vlaschits, J. Vaughan 2010 >