ERÖFFNUNGSAUSSTELLUNG DES NEUEN exil.arte ZENTRUM der mdw
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Eröffnung: Montag, 22. Mai 2017, ab 19.00 Uhr

19.00: Eröffnung mit Konzert, Franz Liszt-Saal LS 0326
Werke u.a. von:
Walter Arlen, Julius Bürger, Georg Tintner,
Vally Weigl, Egon Wellesz
20:00: Besuch der Ausstellung LS 0116


„Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien”

Das exil.arte Zentrum der mdw befindet sich genau an jener Stelle, wo ab 1913/14 hervorragende KünstlerInnen sowohl als Lehrende sowie Studierende tätig waren. Viele von ihnen mussten 1933 bzw. 1938 Europa verlassen und flohen vor dem Terror der Nationalsozialisten. Einige von ihnen konnten ihre Karriere fortsetzen, andere hatten die Grundlage ihres Schaffens verloren. Andere wiederum hatten keine Chance aufgrund der historischen und menschlichen Katastrophe ein Studium an der mdw zu beginnen. Den unterschiedlichen Lebensschicksalen ist diese erste Ausstellung des exil.arte Zentrum der mdw gewidmet. 


  • Er war der erste jüdische Sängerknabe, studierte an der mdw, war Farmer in Neuseeland und wurde zu einem der besten Bruckner-Dirigenten, mit einem Provinzorchester, welches bis heute kaum bekannt ist – Georg Tintner
  • Er studierte an der mdw, konnte Dachau und Buchenwald entkommen, gründete das Manila Symphonieorchester und das Brooklyn Symphonieorchester, unterhielt pädagogische Konzepte in Südostasien bis zu seinem Tod, war Leiter von Projekten an der UCLA – Herbert Zipper
  • Sie studierte an der mdw, trat gemeinsam mit ihrem Vater auf, dem Primgeiger eines der besten Quartette und Konzertmeister der Philharmoniker, nach der Entlassung des Vaters flüchtete sie mit ihm nach England, aus Geldmangel musste sie auf den Kontinent zurück, wo sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde, wo sie das „Mädchenorchester“ leitete – Alma Rosé
  • Er wurde als Jude vom Gymnasium ausgeschlossen, musste nach einem Jahr fliehen und konnte daher nicht an der mdw studieren, er wurde Musikkritiker der LA Times, gründete und leitete ein Musikdepartment in LA, seine Kompositionen sind erst seit 8 Jahren bekannt, 6 CD wurden bislang aufgenommen, lebt als junger aufstrebender Komponist mit fast 97 Jahren in LA – Walter Arlen
  • Er musste Wien und seine Jugendliebe verlassen, um sich vor den Nazis zu retten, konnte nie eine Ausbildung an der mdw oder andernorts absolvieren, traf seine Jugendliebe nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder, welche ihn zum Komponieren animierte – Robert Fürstenthal
  • Er war ein Wunderkind, war als Opernkomponist in ganz Europa ein Begriff, lehrte an der mdw, musste die Kriegszeit als Filmkomponist unfreiwillig in Hollywood ausharren, nach dem Krieg hatte man für seine opulente Musik keine Verwendung mehr, man meinte sogar, dass seine Musik wie Filmmusik klinge, aber in Wirklichkeit war es genau umgekehrt – Erich Wolfgang Korngold
Nur einige von über 50 Schicksalen, die bei der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien“ angesprochen werden ...





www.mdw.ac.at/exil.arte

 









exil.arte Impressum & Kontakt
Abbildungen am Kopf dieser Seite:
Broschüre 10 Jahre exil.arte (PDF) >
sowie Fassade Lothringerstraße 18 und Egon Wellesz Bösendorfer © Iby-Jolande Varga
Dreharbeiten Erich Zeisl Hiob Uraufführung 2010 © G. Vlaschits, J. Vaughan 2010 >